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Lehmputz

Lehmputz wird als Wand- und Deckenputz im Innen- und Außenbereich eingesetzt. Die Verwendung von Lehmputz zählt zu den ältesten Bautechniken der Menschheit, da die Rohstoffe weit verbreitet, leicht verfügbar und einfach zu verarbeiten sind.


Vorteile

Die Schwindung des Putzes wird (scheinbar) vermindert. Die Fasern wirken als Bewehrung und verhindern die Ausbildung von größeren Rissen, da sie in der Lage sind, deutlich größere Zugspannungen aufzunehmen, als der Putz selber. Die beim Schwinden auftretenden Spannungen werden von den Fasern flächig im Putz verteilt, so dass sich statt weniger großer tendenziell viele kleinere Risse bilden. Die feinen Risse sind im Idealfall kaum sichtbar und können durch erneutes Glätten mit gleichzeitiger Verdichtung des Putzes während der Trocknung in der Regel leicht zugeschoben werden. Alternativ können sie mit dem Schwammbrett zugewaschen werden. Der sich hierbei meist lösende Sand muss in einem weiteren Arbeitsgang abgerieben oder in den noch feuchten Putz gedrückt werden.

Durch die Verteilung der Spannungen kann in stark schwindendem Putzen die Bildung von Schollen etwas vermindert werden, die sich schlimmstenfalls an den Rändern vom Untergrund lösen. Die Bewehrung des Putzes mit einem Armierungsgewebe ist in diesem Fall jedoch wirksamer.

Die zugfesten Fasern erhöhen die Abriebsfestigkeit der Lehmoberfläche. Auch die Witterungsbeständigkeit kann verbessert werden, da die Fasern das Auswaschen der feinen mineralischen Partikel verzögern.

Beim (dünnen) Putzauftrag auf ungleichmäßigen Untergründen können zugesetzte Fasern Risse überbrücken, die im Untergrund bereits vorhanden sind oder sich etwa aufgrund Feuchtequellung und -schwindung nach dem Putzauftrag im Untergrund ergeben.

Feine, aufquellende Fasern, wie etwa Cellulosefaser, können einen Einfluss auf die Verarbeitbarkeit des Putzes haben. Bei Zumischung von Fasern kann der Zusatz von schweren Füllstoffen wie Sand vermindert werden. Dadurch verbessert sich der Wärmewiderstand des Putzes. Feine, quellfähige Fasern hinterlassen nach dem Austrocknen Hohlräume, die ebenfalls die Wärmedämmung verbessern. Beim Auftrag von Lehmputz auf glatten und sehr schwach oder gar nicht saugenden Oberflächen wie Beton und Schaumglas ist die Haftung des Lehmputzes eingeschränkt, da sich die feinen Tonpartikel schlecht mit dem Untergrund verzahnen können. Hier kann die Zugabe sehr feiner Fasern unter Umständen die Haftung am Untergrund verbessern, da sich diese offenbar am Untergrund anschmiegen. Indem die Fasern die Feuchtigkeit binden, kann die Bearbeitung der Oberfläche eventuell früher durchgeführt werden.